Willkommen auf unserer Homepage!

Ich bin Ottilia und dieser kleine Junge heißt Quirin. Kommt!

Wir nehmen Euch mit auf eine spannende Zeitreise zu euren Ururururur – Großeltern! Die Ritter waren da schon ausgestorben und die schönen Prinzessinnen lagen noch im Tiefschlaf.

Na, seid ihr schon gespannt wie die Leute im Lungau vor mehr als 400 Jahren gelebt haben? Wir begleiten euch. Auch Käuzchen ist dabei, es weiß einige interessante Geschichten zu erzählen. Mein Eichhörnchen ist immer ein bisschen verwirrt – es verliert Nüsse auf der Homepage! Helft mit sie im zu knacken!

Hallo Kinder!

Jetzt müssen wir aber erst mal schauen, in welche Zeit die beiden euch entführen … Ottilia und Quirin sind ein bisschen schnell unterwegs.

Also es geht um das 16. und 17. Jahrhundert. Ottilia hat schon recht, das Rittertum hat sich schön langsam aufgelöst. Die Erfindung des Schießpulvers und der Feuerwaffen machte eine Ritterrüstung unnötig. Tja und die Prinzessinnen… Es gab zwar schon Prinzessinnen, aber sie hatten noch nicht so schöne weite und pompöse Kleider an wie wir das von Filmen und Bildern kennen. Die Mode musste sich erst dazu entwickeln.

Wenn ich jetzt 16tes und 17tes Jahrhundert sage, dann meine ich die Zeitspanne von 1501 bis 1700. Wenn du um das Jahr 2000 geboren bist, dann liegt also das Jahr 1501 wie lange zurück … ? 499 Jahre! Und das Jahr 1700 liegt 300 Jahre zurück.

Die gescheiten Menschen die sich mit Geschichte auskennen teilen solche Zeitabschnitte immer in „Epochen“ ein. In der Zeit die wir jetzt also betrachten fällt die Renaissance und das Zeitalter des Barock – von jedem ein bisschen.

Es gäbe so viel zu erzählen, was in dieser Zeit alles in Europa passiert ist! Es war eine sehr harte Zeit. Viele Kriege, Seuchen, Hungersnöte und Angst plagten die Menschen. Doch schauen wir uns doch einfach nur einmal den Lungau an:

Ihr habt doch sicher schon einmal von einem Erzbischof gehört!? Er ist das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche in Salzburg. Wisst ihr, Salzburg war nämlich zu dieser Zeit ein „Erzbistum“. Das heißt es wurde von einem „Fürsterzbischof“ regiert. Er war der höchste Mann im Land. Auch der Lungau gehörte dazu und noch Teile der Steiermark, Kärntens und Bayerns. Auf dieser Karte könnt ihr sehen wo früher die Grenzen waren:

Das übrige Österreich (dazu gehörten auch noch einige Teile von anderen Ländern) wurde von den Habsburgern regiert. Sie waren weltliche Könige und Kaiser.

Vielleicht hast du auch schon einmal von „Leonhard von Keutschach“ gehört? Er war von 1495 – 1519 Fürsterzbischof von Salzburg. Er ließ die Festung Hohensalzburg ausbauen und auch den Weg über den Radstädter Tauern verbessern. In der Burg Mauterndorf erinnern noch das

„Keutschach – Zimmer“ an seine Anwesenheit im Lungau. Mit ihm begann das 16. Jahrhundert. In seine Regierungszeit fiel auch der Beginn der Reformation.

Reformation? Was ist denn das?

Du kannst dir vorstellen, dass nicht alle Menschen so ganz einer Meinung waren mit dem was die katholische Kirche vorschrieb. Martin Luther aus Deutschland wollte es besser machen und schrieb viele Dinge auf die einer Veränderung bedurften – die 95 Thesen. Viele Menschen hängten sich ihm und seinen Ansichten an. Das blieb nicht ohne Folgen. Die römisch katholische Kirche spaltete sich und es entstand die evangelische Kirche. Es kam zu schweren Religionskriegen in ganz Europa, die schließlich im 30jährigen Krieg (1618 – 1648) mündeten.

Ganz richtig Ottilia! Auch in Salzburg schlossen sich viele Menschen Martin Luthers Lehre an. Sie waren unzufrieden mit den Bischöfen und oberen Herren.

Diese lebten sehr luxuriös und kümmerten sich nicht um die arme Bevölkerung. Die Bauern hatten das Land auf dem sie arbeiteten nur von ihnen geliehen. Oft mussten sie den Grundherren dafür so viel an Lebensmitteln und Geld abgeben, dass ihnen selbst kaum noch was zum Leben blieb. Vor allem wenn es zu Ernteausfällen kam.

Auch in Salzburg kam es daher zu Bauernaufständen. Um die Bevölkerung im Lungau wieder zum römisch katholischen Glauben zu bringen entsendete Paris Lodron die Kapuziner nach Tamsweg. Sie predigten, veranstalteten schöne Prozessionen und Umzüge. In dieser Zeit entstand auch der Samson, der bei solchen Spektakeln mitgetragen wurde. Das gefiel den Leuten und so wurde sie wieder vom katholischen Glauben überzeugt.

Und wie lebten eigentlich die Kinder und Familien damals?

Kinder wurden wie erwachsene behandelt. Sobald sie kräftig genug waren mussten sie überall mitarbeiten – auf dem Feld, in der Küche, in den Ställen, bei den Handwerkern genau so wie in den Bergwerken.

Die Kindheit war kein eigener Lebensabschnitt – erst im 19. Jahrhundert änderte sich das.

Sie mussten auch nicht in die Schule gehen. Sie lernten das was ihre Eltern, Großeltern oder Lehrmeister ihnen vormachten.

Lesen, schreiben und rechnen gehörte nicht dazu – jedenfalls für die meisten nicht! Nur reiche Leute konnten sich für ihre Kinder einen Lehrer leisten. Das waren oft Geistliche.

Man wohnte auch nicht nur mit den Eltern unter einem Dach. Ein „ganzes Haus“ bestand aus der gesamten Familie - Kindern, Großeltern, Verwandten, Mägden und Knechten. Oft kamen auch noch Einleger dazu oder Inwohner (das waren Menschen die zu krank und zu alt zum Arbeiten waren).

Vorstand dieses Haushaltes war der Bauer – oder in einer Handwerksfamilie der Meister. Ihm musste man gehorchen. Er vertrat alle Mitglieder seines Hauses auch nach außen hin. Gehörte man so einem Gefüge an war man in die Gesellschaft eingegliedert. Vor allem als Frau war das damals wichtig, denn diese hatte keine Rechte und durften nicht ihre Meinung äußern.

Um sich ernähren zu können mussten alle zusammenhelfen. Jeder hatte eine Aufgabe die er verrichten musste. Davon hing das Überleben ab. Man konnte nicht einfach schnell ein Brot kaufen gehen oder etwas zum Anziehen – das musste in mühevoller monatelanger Arbeit erst aus dem Boden wachsen, bearbeitet und zu einem Produkt verarbeitet werden.

Kaufen konnte man fertige Waren nur auf dem Markt – wenn man Geld dafür hatte.

Ja genau. Darum heißt es ja auch „Tamsweger Marktplatz“! Stimmts?

Stimmt! In den Orten Tamsweg, St. Michael und Mauterndorf gab es an jeweils einem Tag in der Woche einen Wochenmarkt. Es war aber genau geregelt was verkauft werden durfte und von wem. Nur zu den Jahrmärkten kamen Händler auch von anderen Teilen des Landes. Dort wurden nicht nur Waren ausgetauscht, sondern auch Neuigkeiten von Außerhalb, denn Zeitungen gab es noch keine. Die hätte die Mehrheit ohnehin nicht lesen können. So war das Weitererzählen die wichtigste Verbreitung von Nachrichten.

Es kamen auch sicher Gaukler und Theatergruppen aus Italien in den Lungau. Diese Wandertheater mit ihren lustigen und auch spöttischen Aufführungen unterhielten die Leute und lenkten sie von ihrem schweren Leben ein wenig ab.

Der Lungau war bekannt für seine Bergwerke. Eisen, Gold, Silber und Arsen wurden im Lungau abgebaut. Dadurch wurden die Bewohner mit Wohlstand belohnt. Doch leider bekam man immer weniger aus den Bergwerken heraus und so legte man sie im 17. Jahrhundert schließlich still. Das war natürlich sehr schlimm, denn viele verloren dadurch ihre Arbeit und mussten betteln gehen um zu überleben oder zogen weg.

Der Lungau war auch eine wichtige Region in der Nord – Süd Verbindung. Über den Radstädter Tauern wurden viele Waren von Venedig nach Salzburg transportiert und umgekehrt. Vor allem Salz aus Hallein wurde in den Süden gebracht. Diese Arbeit erledigten die Säumer.

Durch das raue Klima gab es auch fast kein frisches Obst zu essen. Auch dieses Obst musste von der Steiermark oder Kärnten in den Lungau gebracht werden.

Und was haben sie dann gegessen und angebaut?

Das weiß ich! Im Lungau hatte man sich eher auf die Viehzucht von Ochsen, Schweinen und Pferden spezialisiert. Auch der Ackerbau brachte einiges ein – vor allem der widerstandsfähige Roggen. Saubohnen und Kraut gehörten auch noch zu den bevorzugten Nahrungsmitteln der Bevölkerung. Die Kartoffeln wurden in dieser Zeit noch nicht angebaut. Die oft sehr fette und wenig vitaminreiche Ernährung führte zu Kropfbildungen schon bei Kindern sowie Gicht und Leberleiden.

Überhaupt war die Sterblichkeit von Kindern sehr sehr hoch. Auch Frauen waren nach der Geburt einem hohen Risiko ausgesetzt an Kindbettfieber zu sterben. Durch die mangelnde Hygiene und weil das Wissen fehlte. Überlebte ein Kind die ersten Jahre, so bestand die Chance, dass es erwachsen wurde und selbst eine Familie gründen konnte.

Als einzigen Ausweg in schwerer Krankheit beteten die Menschen zu allen möglichen Heiligen und schenkten den Kirchen wenn sie wieder gesund wurden sogenannte „Votivbilder“ als Dank an Gott. In den Kirchen hängen sie heute noch.

Jetzt Käuzchen verrate doch nicht alles!

Auf dem Zeitreisenweg Passeggen erfahrt ihr noch viel mehr wie es im Lungau im 16. und 17. Jahrhundert so zuging. An einer Station neben dem Weg stehen lebensgroße Figuren in historischen Gewändern. Entspannen könnt ihr euch an der Hörstation, wo wir euch eine spannende Geschichte über den Zauberer Jackl erzählen. Rund um das Thema Essen und Trinken und welche Sitten man so an den Tag legte geht es in der nächsten Station am Ende des Waldes.

Ja kommt doch vorbei und schaut euch den Marktstand und die Theaterbühne an. Das kleine Bauernhaus ist auch toll. Die Kinderspielstation gefällt mir aber am besten! Wir freuen uns auf Euch!!!

Text: Juliane Sampl
Ottilia, Quirin + Käuzchen: Heinz Seidenbusch


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